Deutscher Erdüberlastungstag – ab jetzt auf Pump

Gestern war der 03.05.2019. Ein ganz normaler Tag? Für viele vielleicht, für die Erde nicht. Denn gestern war der deutsche Erdüberlastungstag, d.h. ab jetzt leben wir über das hinaus, was die Erde uns an nachwachsenden Ressourcen zur Verfügung stellt.

Unser immenser Ressourcenverbrauch und Konsumhunger führt dazu, dass wir die Erde ausbeuten. Das ist im Grunde nichts Neues. Schon lange ist bekannt, dass gerade die Industriestaaten viel mehr verbrauchen, als die Erde uns zur Verfügung stellen kann. Für viele Länder wird von der Organisation Footprintnetwork (hier gibt´s auch eine Menge an Grafiken) der Tag bestimmt, an dem die Erdressourcen aufgebraucht wären, wenn die Erdbevölkerung den jeweiligen Verbrauch hätte. Und für Deutschland war das dieses Jahr am 03.05. Ab jetzt leben wir auf Pump.

Obwohl dieser Missstand schon lange bekannt ist und national wie international immer wieder beteuert wird, man müsse auf die Umwelt, auf die Erde, ja auf die Schöpfung achten, tut sich im Grunde nicht sonderlich viel. Der deutsche Erdüberlastungstag 2018 war am 02. Mai, also lediglich einen Tag früher.

Wie sieht es international aus?

Wenn man den internationalen Ländervergleich heran zieht, sieht man eine ganz klare Verteilung:

Nationale Erdüberlastungstage

Die westlichen Industriestaaten haben ihren Earth Overshoot Day grob zwischen dem 15. März (USA) und 24. Mai (Italien). Dahinter gibt es jeweils größere Lücken und kleinere, aber auch größere und zumeist weniger entwickelte Länder sind gekennzeichnet: Mexiko (29.08.), Thailand (04.09) Albanien (14.10.), Kolumbien (17.11.) oder Vietnam (21.12.). Etwas überraschend für mich ist, dass China „erst“ am 15.06. und Brasilien am 19.07. die jeweiligen Ressourcen verbraucht haben. Die Konten von Qatar, Luxemburg (auch eine Überraschung) und das der Vereinigten Arabischen Emirate sind am 09.02., 19.02. bzw. 04.03. bereits voll. Viele Entwicklungsländer sind in der Grafik hier nicht angeführt. Sie würden sich wie Vietnam am Ende des Jahres oder darüber hinaus einordnen.

Und was heisst das?

Letztendlich sind die Konsquenzen recht einfach. Die Erde kann unsere Ressourcen nicht im notwendigen Rahmen „nachproduzieren“. Ihre Ressourcen werden immer weniger – wir beuten sie aus, so lange, bis nichts mehr da ist. Wenn wir nicht umsteuern. Wenn alle so leben würden, wie wir hier in Deutschland bräuchten wir drei Erden. Wenn wir die USA als Beispiel nehmen würden, bräuchten wir fünf Erden. Insgesamt betrachtet landen wir bei 1,7 Erden…

Die benötigten Erden

Die Folgen und was muss passieren?

Wenn wir weiter so machen wie bisher wird sich die Klimakrise verschärfen, weil bspw. mehr Tropenwälder gerodet werden oder klimaschädliche Industrie weiter wächst. Wir werden mehr Katastrophen zu verzeichnen haben und die Länder, die am wenigsten für diese Entwicklung verantwortlich sind, werden noch mehr leiden. Ursache ist unser auf ein stetiges Wachstum ausgerichtetes Wirtschaftssystem, das unseren Konsumhunger befriedigt. Dieses Wachstum wird nicht nur von der westlichen Welt gewünscht oder erwartet, sondern auch die jetzt weniger entwickelten Ländern wollen wachsen und ihren Bewohnern ein besseres Leben ermöglichen, mit all den Annehmlichkeiten, die wir haben.

Im Grunde müssen wir weg von diesem Wachstumsgedanken, der so auf ein Ausbeuten der Ressourcen ausgelegt ist. Entweder wir denken um und entdecken einen neuen Lebensstil für uns oder das erwünschte wirtschaftliche Wachstum kann harmonisiert werden mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen. Beides wird kurz- und mittelfristig nicht zu erreichen sein. 

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