Elektrikdrama und verlängerter Winterschlaf

Die Elektrik unseres Wohnmobils „Hätschi“ macht schon seit letztem Herbst Probleme. Da steht bald eine Rundumerneuerung an. Die Saison beginnt, der Winterschlaf ist eigentlich zu Ende, aber Hätschi weigert sich, zurück auf die Straße zu kommen. Ein Problem kommt selten alleine – aber der Reihe nach…

Als wir im letzten Herbst in den Urlaub fahren wollten, habe ich mir noch mal unsere Aufbaubatterien angeschaut. Der Vor-Vorbesitzer hat drei 95 Ah-Batterien parallel geschaltet, um möglichst lange autark stehen zu können. Leider hat er das, wie sich herausgestellt hat, ziemlich stümperhaft und auch gefährlich zusammen gefrickelt. Er hat die Batterien nämlich mit dünnen Boxenkäbelchen verbunden. An der Anlage ist ebenfalls ein 1500 W-Wechselrichter verbaut und insgesamt gibt es eine ganze Reihe von 230 V Steckdosen im Aufbau. Da ging also ne ganze Menge Strom durch die Kabel. So mein Verständnis. Auf jeden Fall habe ich bemerkt, dass ein Kabel bereits angeschmort war und sich in das umliegende Styropor reingefressen hat.

Das war mir dann doch nicht ganz geheuer und ich bin erst mal zum nächsten BOSCH-Center, um meine Problematik zu schildern und um dickere Kabel einsetzen zu lassen. Der Elektriker war krank, wir hatten etwas Zeitdruck und ich geh an Elektrik nicht ran. So bin ich nach Mönchengladbach zu GNS-Reisemobiltechnik gefahren. 

 

Alles muss raus

Guido hat sich das Ganze angeschaut und hat nur die Hände mit den Worten über den Kopf geschlagen: „Was ist das denn für ein großer Mist? Wer das verbrochen hat, gehört … Die Batterien sind auch hinüber – alles raus, vernünftige Solaranlage drauf, neue Batterien und alles vernünftig verkabeln. Der ist noch zu retten, aber Du musst etwas Geld in die Hand nehmen.“ Innerhalb von 10 Minuten wurde also meine komplette Stromversorgung abgeschrieben und ich hatte ein nicht ganz unerhebliches Angebot auf dem Tisch. Klasse. Ich bin dann noch zu ATU gefahren, um mir eine zweite Meinung einzuholen. Deren Meinung war nicht anders: „Oh Gott oh Gott, wer hat denn da gefrickelt. So was haben wir noch nie gesehen, hochgradig gefährlich, alles so schnell wie möglich raus.“ Ok. Damit war die Sache für mich klar. Alle Batterien raus, alles absichern, Termin für Solaranlage machen und ab Ostern kann es dann wieder losgehen. Den Herbsturlaub mussten wir ohnehin wegen Krankheit absagen. So sah das dann aus:

Alles war so weit dann gesichert und Hätschi konnte in den Winterschlaf.

Die Probleme reißen nicht ab…

Ich hab durch den Winter dann alle vier Wochen Strom angeschlossen, in der Hoffnung, dass die Starterbatterie geladen wird. Nach einigen Wochen Standzeit habe ich den Motor noch mal gestartet, um ein bisschen vor uns zurück zu fahren (Handbremse war angezogen – andere Story…). Er sprang relativ sofort an und ich dachte: „Ok, die Starterbatterie wird geladen.“ Dies war anscheinend nicht so, denn als wir letztens rausfahren wollten, um den Winterschlaf zu beenden, tat sich so gut wie nix – Batterie entladen. Dumm gelaufen, aber wir können ja überbrücken. Dachten wir zumindest. Ich dann noch mal hin, um zu schauen, wie lang das Überbrückungskabel sein muss – also Motorhaube aufgemacht, noch mal in den Motorraum geschaut, gemessen, usw. Alles gut. Ein paar Tage später sollte ohnehin Christian von Road & Board kommen. Er sollte sich mal einen Überblick über unser Wohnmobil verschaffen, ich wollte einiges fragen und abklären, inwiefern ich mich technisch und handwerklich bei denen etwas weiterbilden kann. Mit ihm sollte also bei der Gelegenheit überbrückt werden und rausgefahren werden. Schließlich steht der jährliche Werkstatttermin an. Das klappte aber dann auch nicht… Als wir uns den Motor anschauen wollten, ging die Motorhaube nicht mehr auf und war auch nicht aufzubekommen. Der Hebel war locker, das Seil steht auf „auf“ und das Schloss der Haube auf „zu“. Dumm gelaufen: Wohnmobil springt nicht an – Batterie leer – Batterie lässt sich nicht überbrücken, da die Motorhaube nicht aufgeht, und aus der Scheune schieben ist aufgrund des Platzmangels auch keine Option. Auch der später gerufene ADAC konnte nicht helfen. Alle Versuche, die Motorhaube zu öffnen scheiterten – rohe Gewalt wurde als letzte Option angesehen. Super.

Hoffentlich eine rettende Idee

Der ADAC hatte dann aber noch eine Idee, die hoffentlich eine Lösung bringt: der Zigarettenanzünder! Zum Glück ist der Zigarettenanzünder durch die Starterbatterie auf dauerhafter Spannung, so dass man die Batterie mit einem Ladegerät und einem entsprechenden Aufsatz laden kann. Puh. Ich also nach ATU, Ladegerät kaufen und alles anschließen. Und siehe da: die Batterie lädt. Jetzt hoffe ich, dass der Motor anspringen wird, wir den Hätschi rausfahren können und die Ford-Werkstatt die Motorhaube mit möglichst wenig Zerstörung öffnen kann.

Drückt mir und uns die Daumen.

Hier noch ein passendes Video:

 

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