Mit Hätschi zum Hurricane 2019

Das erste Festival wieder seit den 90ern! Das Line-Up des Hurricane war einfach zu gut – da mussten wir Karten kaufen. Und schließlich haben wir jetzt ja Hätschi und Green Camping gibt’s mittlerweile auch. Trotzdem hatten wir so unsere Bedenken, ob wir denn wirklich noch festivaltauglich sind. Am Ende waren wir überrascht…

Die Toten Hosen, Foo Fighters, Cure, AnnenMayKantereit, Bosse, und zig andere mehr – da mussten wir nicht lange überlegen, die Karten wurden gekauft und es sollte zum Hurricane nach Scheeßel gehen. Wir waren aber doch etwas gespannt, wie die Tage so ablaufen würden, hatten wir doch unsere Rock am Ring-Erfahrungen in den Köpfen. Auf umstoßende Dixieklos, Reiten auf Mülleimer, generell Müll, Dreck, Schlamm und grölende Leute bis 4 hatten wir dann doch nicht so viel Bock.

Wie super ist eigentlich Green Camping?

Glücklicherweise gibt es ja den Green Camping-Wohnmobilbereich, der prima zu uns passte.Es gibt da ein paar Regeln, u.a. wird verstärkt auf Sauberkeit und Lautstärke geachtet. Leicht spießig, aber das sind wir mittlerweile ja auch. Wir haben uns auf jeden Fall mit Gleichgesinnten sauwohl auf dem Platz gefühlt. Zudem haben wir uns riesig auf das Wochenende gefreut. Nicht nur, dass wir ein paar Tage kinderfrei hatten, auch freuten wir uns natürlich auf ein Wochenende voller guter Musik, auf die Aussicht, nach anstrengenden Tagen in das eigene Bett im WoMo fallen zu können und natürlich auf ein Wochenende mit Hätschi. Und der machte direkt mal Probleme.

So gerade angekommen

Alles hat eigentlich prima geklappt. Wir hatten eine tolle Fahrt mit guter Musik und wir waren gut drauf. Das hat sich dann doch etwas geändert, als wir bemerkten, dass unser Motor vor dem Konzertgelände mit dichter werdenden Verkehr immer heißer wurde. Die Nadel war auf dem Platz quasi am/im roten Bereich, als wir den Motor abschalten konnten. So eben angekommen, mit keinem Tropfen Kühlflüssigkeit. Es folgte der obligatorische prüfende Blick in den Motorraum, der natürlich überhaupt nichts brachte. Ich konnte nur die Schultern zucken und feststellen: „Kein Wasser mehr.“ Hilfreiche Info. Es hat nicht lange gedauert, da guckten wir zu viert in den Motorraum. Ich hätte ja gerne aus anderen Gründen Bekanntschaften geknüpft. Naja. Die drei Nachbarn meinten, was von Autos zu verstehen und kamen nach langen Diskussionen zu dem Schluss: „Der Kühler. Nicht schlimm. Einfach auf der Rückfahrt genügend Wasser mitnehmen, immer prüfen und nachfüllen.“ So etwas sagte mir auch meine Werkstatt. Also nicht mehr drüber nachdenken und die Tage abfeiern.

Ein Highlight jagt das nächste

Was soll ich sagen. Die Konzerttage waren einfach super. Die Headliner haben gehalten, was man von ihnen erwartet: ob die Toten Hosen, Mumford & Sons, Foo Fighters, Fünf Sterne Deluxe oder AnnenMayKantereit – alle waren klasse. Enttäuscht war ich nur von Cure. Vier Lieder habe ich mir angetan, dann bin ich zum Pommes-Stand gegangen. Aber auch viele mir unbekannte Bands haben echt Spaß gemacht. Hammer waren die Iren von Flogging Molly (fast DAS Highlight überhaupt) und Royal Republic (Insider während eines Gitarrenwechsels: „I can´t Rock! Make it Rock again!!!“). Weiter unten gibt´s ein Video mit einer Zusammenfassung von den drei Tagen. Aber die Konzerte waren nicht das Einzige, was mich so positive überrascht hat.

So eine relaxte, positive und saubere Umgebung

Das, was mich am meisten überrascht hat und wovon ich am meisten begeistert war, war letztendlich die positive Stimmung aller. 200.000 Besucher waren insgesamt an den Tagen da und ich habe nicht eine Meinungsverschiedenheit mitbekommen. Das Festival war super organisiert, das Gelände wurde sauber gehalten und generell wurde viel Wert auf Müllvermeidung gelegt. Es gab neben sauberen Dixie-Klos, die 2x am Tag gereinigt wurden, auch richtige Toiletten (!) und Duschen, die man benutzen konnte!!! Wahnsinn. Auf Müll wurde generell geachtet. Nicht nur, dass regelmäßig Müllmänner unterwegs waren, auch die Besucher*innen haben einfach auf Sauberkeit geachtet. Super. Und dann gab es natürlich zig Begegnungen und Gespräche, die einfach Spaß gemacht haben. Hier gibt´s ein paar Fotos von Typen und gut gelaunten Menschen. Aber irgendwann mussten wir ja auch wieder nach Hause und da gab es ja noch diese Geschichte mit dem Kühlwasser…

Wie hat sich Hätschi gemacht?

Also erst einmal: mit einem Wohnmobil zum Festival – besser geht’s nicht. Die Vorzüge liegen auf der Hand und brauche ich hier wohl nicht im Detail beschreiben. Es ist einfach super praktisch und in jeglicher Hinsicht angenehm. Von daher würde ich nicht mehr ohne Wohnmobil zu einem Festival fahren. Wenn man denn fahren kann… Wir sind mit einem doch recht mulmigen Gefühl wieder aufgebrochen, was sich bestätigt hat. Nach rund 30 Minuten steuerten wir eine Tankstelle an und haben das Kühlwasser überprüft – wieder kein Tropfen. An einer Weiterfahrt über die Autobahn war nicht zu denken. Glücklicherweise wurden wir an die wohl sympathischste Werkstatt der Welt vermittelt, die ca. 10 Minuten entfernt war. Wir waren echt begeistert von der Atmosphäre des Familienbetriebes. So eine Werkstatt wünsche ich mir in meiner Umgebung. Wie dem auch sei. Letztendlich wurde der Schaden, der während der 30 minütigen Fahrt extrem größer wurde,  schnell gefunden (Leck an einem Kühlwasserschlauch, wir haben weder im Motorraum noch unten kein austretendes Wasser gesehen) und provisorisch aber gut repariert. So ging es dann nach einem anstrengenden, aber tollen Wochenende beruhigt wieder nach Hause. Bis zum nächsten Jahr Hurricane!

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