Münsterland statt Titisee

Eigentlich hatten wir unseren Osterurlaub ja im Schwarzwald verbringen wollen. Ich hatte schon vor Monaten einen Platz am Titisee reserviert, dann wurde es da aber immer kälter und verschneiter bzw. verregneter, so dass wir umbuchten. Es sollte ja schließlich sonnig und warm sein im Urlaub und dafür sollte es ins schöne Münsterland auf einen Bauernhof gehen!

Lieber die Stornogebühr in Kauf nehmen und dafür bei gutem Wetter den Urlaub genießen. So unser Denken. Auf jeden Fall die richtige Entscheidung, zumal uns der Bankenhof am Titisee die Stornogebühren erlassen hat. Sehr kulant.

Ab ins Münsterland

Hätschi am Platz

Das Münsterland ist mit etwa drei Stunden Fahrtzeit von uns aus gut zu erreichen. Berge sucht man da bekanntlich vergebens, so dass wir auch mit unserem Sechsjährigen die ein oder andere Fahrradtour in Angriff nehmen wollten. Nach einer relativ kurzen Suche bin ich auf den Gutshof Schulze Althoff in Schöppingen gestoßen, der 2013 und 2017 als bester Ferienhof ausgezeichnet wurde. Die Auszeichnungen haben wir aber nur am Rande wahrgenommen, vielmehr haben uns der Internetauftritt als solcher und die vielen überaus positiven Bewertungen überzeugt. Ein noch aktiver Bauernhof, der Wert auf Tradition legt, ein gepflegter Campingplatz mit zahlreichen Aktivitäten für die Kinder und eine sympathische Gastfamilie. Gute Kombination. 

Die Familie Schulze Althoff haben den Campingplatz und den Hof wirklich

Das Bauernhaus

gut in Schuss. Sowohl die Grünanlagen als auch die sanitären Anlagen sind sauber und gepflegt, der Brötchenservice garantiert ein ordentliches Frühstück und die Kinder hatten Kettcars, den Indoor-Spielraum und natürlich sich selber zur Verfügung. Leider wurde der Pool erst in der Woche nach unserer Abfahrt eröffnet. Den Kindern war es aber relativ egal. Tilman hat sich in Nullkommanix mit einigen Gleichaltrigen angefreundet und wurde meist nur zum Essen gesehen und Josephine kann sich auch prima selber beschäftigen, wenn keine

Blick auf den Pool

Spielkameraden da sind – leider waren keine Kinder in ihrem Alter auf dem Campingplatz.

Der Gutshof bietet auch Übernachtungen in Ferienwohnungen und ein reichhaltiges Frühstück an, was wir aber nicht in Anspruch genommen haben. Wir haben für vier Personen und Hund 30 € pro Nacht gezahlt, incl. Strom und warmes Duschwasser. Auch das Spülwasser war warm! Gibt´s auch nicht überall – für unsere Männerhände sehr angenehm…

Osterfeuer meets Schneegestöber

Bei einem Bauernhof darf ein großes Osterfeuer natürlich nicht fehlen. Und so wurde dann auch so einiges an Holz aufgefahren und immer wieder angekarrt. Das Feuer war aber bald nur Nebensache. Tilman flitze mit seinem Fahrrad lieber durch die Gegend rum und Josephine hatte noch eins ihrer Bücher zu Ende zu lesen. Und wir? Wir kamen bald mit Ingrid und Charly ins Gespräch, mit denen wir das ein oder andere Kaltgetränk zu uns nahmen. Es wurde ein sehr geselliger Abend, an dem uns „Schneegestöber“ ans Herz gelegt wurde – Eierlikör mit Fanta. Scheinbar ein Kultgetränk meiner Eltern- und Großelterngeneration. Da die beiden am nächsten Tag abreisten, haben sie uns ihre Reste an Eierlikör und Fanta überlassen. Vielleicht schmeckt das Ganze mit frischen Zutaten besser…

Der Urlaub auf einem noch aktiven Bauernhof hat natürlich noch so einige andere Vorteile. Tilman durfte auf einem Trekker mitfahren, Stockbrotbacken gab´s auch (4,50 € pro Person für ein bisschen Teig empfanden wir aber etwas happig) und die Gespräche mit einem Landwirt brachten mir die praktischen aus Düsseldorf, Berlin oder Brüssel verursachten Probleme aus Betroffenensicht etwas näher. Tiere gab´s natürlich auch: die obligatorischen Katzen dürfen genauso wenig fehlen wie die Ponys und Hafflinger, auf denen Kinder reiten durften.

Viele Camper sind dann Ostermontag abgereist, so dass sich der Platz merklich leerte. Bis zu unserem Abreisetag am folgenden Samstag teilten wir uns den Platz mit vielleicht acht anderen Familien. Unter anderem waren da Britta und Klaus mit Elise aus Münster und ihrem liebevoll hergerichteten Wohnwagen aus den 80er Jahren, die wir etwas näher kennen lernten. Ich liebe das Campen für solch unkomplizierte Bekanntschaften… Der Gutshof hat etwa 30 Campingplätze und einige Stellplätze:

Große Campingwiese
Kleine Campingwiese
Weitere Plätze
Stellplätze

Und sonst?

Bis nach Münster haben wir es nicht geschafft. Dafür waren die Kinder zu beschäftigt und wir haben gerne nur rumgehangen. Zwei Sachen haben wir aber dann doch noch gemacht. In Schöppingen gibt es die Feinbrennerei Sasse, die dem guten alten Korn internationale Bekanntheit eingehaucht hat. Wir sind relativ spontan mit dem Fahrrad auf gut Glück dahin. Freundlicherweise bekamen wir dann ebenso spontan eine Kurzführung durch die Brennerei mit einer kleinen Verköstigung des feinen Zeuchs. Das Destillat wird jahrelang in Fässern gelagert – daher auch der Name des bekanntesten Produkts, des Lagerkorns. Je nachdem, was vorher in den Fässern war, ändert sich der Geschmack des Korns und unterschiedliche Endprodukte können mit entsprechenden Zusätzen gezaubert werden. Der Geschmack kann sich sehen lassen. Wenn ich den Lagerkorn mit dem vergleiche, was ich zu Jugendzeiten getrunken habe, dann ist das in der Tat ein anderes Getränk.

Die Führung war auf jeden Fall sehr interessant, der Korn lecker und die Besichtigung auf jeden Fall empfehlenswert. Führungen können auch angemeldet werden, dann dauert sie länger als die unsrige mit rund 45 Minuten und einige weitere Getränke sind mit drin.  

Der Lagerkorn ab sofort Bestandteil unserer Hausbar

Weniger empfehlenswert ist das Vitus-Bad in Everswinkel. Da habe ich mir von der Homepage doch mehr versprochen. Für Kinder bis sechs Jahren sicherlich spaßig, für die älteren wird es schnell langweilig. So waren wir dann auch nach nicht einmal drei Stunden wieder raus. Trotzdem war es lang genug, um den einzigen Regentag zu überbrücken. Besser kann man sicherlich ins Bahia nach Bocholt fahren.

Ein rundum toller Urlaub

Insgesamt hatten wir eine tolle erholsame Zeit in Schöppingen – der Berufsalltag war gaaaanz weit weg. Das Wetter war traumhaft, wir hatten quasi eine Woche Sommerurlaub über Ostern. Wer hätte das gedacht. Die Kinder waren beschäftigt und hatten eine ebenfalls tolle Zeit und unsere Trudi war die ganze Zeit draußen und hatte ihren Stock. Mehr braucht sie nicht zum Glücklichsein. Der Campingplatz ist wirklich zu empfehlen, das Münsterland ist zum Radfahren klasse und den ein oder anderen Ausflug kann man prima machen. Ich habe mir eine ganze Liste zusammen gestellt, von der wir quasi nichts gemacht haben. Egal. Anregungen gibt es auf jeden Fall genug. Also ab nach Schöppingen zum Gutshof Schulze Althoff!

Trudi in ihrem Element

 

Sternenspuren über Schöppingen

2 Gedanken zu „Münsterland statt Titisee

  • April 30, 2019 um 10:33 am
    Permalink

    Was für ein netter Blog! Grüße n Constanze an dieser Stelle. Sie unterschätzt ihn ein wenig 😉
    Bis bald!
    LG aus Münster…Britta und Anhang

    Antworten
    • Mai 1, 2019 um 8:09 am
      Permalink

      Herzlichen Dank, Britta!

      Ja, bis bald und erst mal viel Spaß in Winterswijk! 😉

      Liebe Grüße zurück aus Stolberg,
      Martin

      Antworten

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