Sommer 2020 – tolle Tour durch Frankreich

Im Sommer 2020 ging es für uns auf eine dreiwöchige Tour durch Frankreich. Von Paris ging es über die Auvergne und die Cevennen bis ans Mittelmeer. Ich würde uns nicht als besondere Frankreich-Liebhaber bezeichnen und doch waren die Regionen so beeindruckend, dass wir sicherlich nicht das letzte Mal in Frankreich waren…

Der Urlaub startete unter keinen guten Vorzeichen. Krankheitsbedingt musste ich mit den Kindern alleine losfahren. Nicht nur dass vieles an mir hängen bleiben würde, Corona war natürlich auch so ein Faktor. Wie konnten wir den Urlaub besonders in Paris sicher gestalten? Was machen wir, wenn ich ernsthaft erkranken sollte? Nachdem die wichtigsten Fragen geklärt und Vorkehrungen getroffen wurden, konnten wir dann doch beruhigt die Reise antreten. Am Ende des Artikels findet Ihr ein zusammenfassendes Youtube-Video.

Erste Station: Paris

Als Ausgangspunkt unserer Erkundungstouren haben wir den Campingplatz „Camping de Paris“ gewählt. Dieser eignet sich aus meiner Sicht außerordentlich gut. Zum einen kann man es aufgrund der Infrastruktur gut auf dem Campingplatz aushalten zum anderen kann man die Innenstadt von Paris mit dem Rad, der Metro oder einem Shuttleservice gut erreichen. Eine Umweltplakette benötigt man nicht – ebenfalls ein Pluspunkt. Hier ein Bilder von dem Campingplatz:

 

Wir hatten drei volle Tage für die Besichtigung von Paris. Die reichen natürlich nie aus, um alles zu sehen. Bei jedem Aufenthalt lässt sich wohl Neues entdecken oder man kann bestimmte Schwerpunkte setzen. Wir wollten uns einen guten Überblick verschaffen, für die Kinder war es schließlich der erste Aufenthalt in der Hauptstadt Frankreichs. Besonders Josephine freute sich auf Paris, bezeichnet sie sich doch als Stadtmenschen. Jetzt ist es nicht so einfach, gute Tagesprogramme auszutüfteln. Immer gut, wenn man eine Person kennt, die in der jeweiligen Stadt lebt. Und zufälligerweise kannte ich eine solche Person – Elke lebt und arbeitet seit über 30 Jahren in Paris. Eine bessere Insiderin konnte ich mir nicht wünschen. Elke hat sich dann auch viel Mühe gegeben und hat uns dann ein ausgewogenes 3-Tage-Programm ausgearbeitet. DANKE noch mal, Elke!!! So haben wir während unseres Aufenthaltes zu Fuß, per Rad, mit der Metro und mit dem Schiff die Hauptsehenswürdigkeiten gesehen und einige persönliche Tipps berücksichtigen können.  Unter anderem war das beste Eis in Paris dabei… 

Einen Wehrmutstropfen hatte aber unser Aufenthalt in Paris: zwei unserer Fahrräder wurden geklaut. Wir hatten sie an einer Metrostation an einem belebten Platz abgeschlossen, leider nicht wie geplant an einer Laterne, o.ä. Da wir die Fahrräder tags zuvor allerdings an der Hauptstraße am Eiffelturm abgestellt hatten, hatte ich eigentlich ein sicheres Gefühl. Naja. Dies kann trügen – auf jeden Fall lag am Ende des zweiten Tages nur noch ein Fahrrad im Gebüsch, zwei waren samt Fahrradhelme und Fahrradtaschen geklaut worden. So hieß es erst mal mit dem Taxi und einem Fahrrad im Kofferraum zurück zum Campingplatz und am nächsten Tag stand der Neukauf von Fahrrädern an. Dies hat nicht nur unseren Tagesplan ordentlich durcheinander geworfen, in Zeiten Coronas und der damit verbundenen Nachfrage von Fahrrädern war der Kauf gar nicht so einfach. Wir konnten froh sein, dass Decathlon noch was Passendes hatte, auch wenn die Auswahl nicht gerade üppig war. Man sollte auf jeden Fall auf ein wirklich sicheres Abschließen der Räder mit guten Schlössern achten – wir waren da etwas sorglos und hatten Pech.

Trotzdem hat uns der Aufenthalt in Paris natürlich gefallen. Auch in Corona-Zeiten verlief alles problemlos. In der Metro hielten sich alle an die Maskenpflicht (ein großes Fragezeichen im Vorfeld) und durch das Ausbleiben vieler Touristen war die Stadt relativ leer und die Sehenswürdigkeiten konnten gut besucht werden. Besonders überrascht war ich von der Fahrradtauglichkeit von Paris. Die Stadt ist mit breiten Fahrradspuren wirklich fahrradfreundlich und das Fahren mit zwei Kindern war weitestgehend problemlos. Innerhalb Paris würde ich allerdings davon abraten. Nach drei ereignisreichen Tagen ging es dann weiter in die Auvergne.

Zweite Station: Die Auvergne

Die Auvergne war für uns im Vorfeld eigentlich nur ein notwendiger Halt. Besondere Erwartungen hatte ich an die bevölkerungsarme Vulkanlandschaft nicht. „Wird wohl so aussehen, wie die Eifel.“ hatte ich gedacht. Das stimmt auch, wenn auch nur in Ansätzen… Auf jeden Fall sollte der Campingplatz Ok sein und ein paar Ausflüge sollten auch drin sein. Und diese Punkte wurden mehr als übertroffen. Als Campingplatz wählten wir den Camping L`Europe, der mich mit einem guten Internetauftritt überzeugte. Die Rezensionen waren nicht alle positiv, besonders bzgl. des Besitzers gab es ein paar kritische Bemerkungen. Besonders freundlich ist der tatsächlich nicht, unfreundlich aber auch nicht. Ich glaube er entspricht etwas dem Bild, das man durch die Beschreibungen der Auvergne-Bewohner*innen in Reiseführern erhält. Ein bisschen verschlossen, vielleicht sogar verschroben. So etwas liest man auch über die Eifellaner*innen… Das Personal an sich war aber superfreundlich. Also alles im Prinzip kein Problem. Der Campingplatz hat und mit seinem reichhaltigen Angebot wirklich gut gefallen, man kann ihn als sehr familienfreundlich beschreiben. Allerhand Sportangebote, Animationsprogramm für klein und groß tagsüber und abends machen den Aufenthalt nicht langweilig. 

Auf dem Campingplatz selber gab es kaum ausländische Touristen. Wir haben nur eine Familie aus der Schweiz entdeckt, ansonsten haben nur Franzosen dort Urlaub gemacht, und das ist ja eigentlich auch immer ein gutes Zeichen. Die Auvergne ist die mit am dünnsten besiedelte in Frankreich, Industrie gibt es kaum. Ein breites Autobahnnetz gibt es ebenfalls nicht, größtenteils geht es über Landstraßen. Die Region besticht  durch eine traumhafte Landschaft, die als naturbelassen beschrieben werden kann. So eignet sie sich perfekt für Naturliebhaber, Wanderer und Radfahrer. Die Vulkanlandschaft ist Teil des Zentralmassivs und dementsprechend in ihren Ausmaßen nicht mit der Eifel zu vergleichen. Man kann einige tolle Ausflüge unternehmen – wir machten einen Abstecher in das Wandergebiet Chaudefour Valley, es ging zum größten Vulkan Puy de Sancy und zu den Höhlen Grotes de Jonas.

So war der Aufenthalt in der Auvergne mehr als nur ein notwendiger Zwischenstopp. Wer die Natur liebt und abseits der üblichen Touristenströme gerne unterwegs ist, der sollte sich die Auvergne mal etwas genauer anschauen. Für uns ging es dann allerdings zu einem erhofften Highlight weiter – es ging zum Campingplatz L`Arche in die Cevennen.

Dritte Station: Die Cevennen

Der Vier-Sterne-Campingplatz L`Arche liegt direkt am Fluss Gardon und hat alles und noch mehr, was man von einem Campingplatz für Kinder und Jugendliche erwarten kann. Neben einer geräumigen Poollandschaft mit Rutschen gibt es zahlreiche Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Das besondere ist aber sicherlich die unmittelbare Lage am Fluss Gardon. Das Wasser ist klar und gut temperiert, so dass das Schwimmen, Plantschen und Toben angenehm ist und immer Spaß macht. Die Felsen bieten neben den Kieselstränden nicht nur Liegemöglichkeiten, sondern von da aus geht es auch an mehreren Stellen bis zu ca. 10 m runter ins Wasser. Und das wird natürlich ausgiebig von Jugendlichen genutzt. Hier ein paar Eindrücke vom wirklich tollen Campingplatz:

 

Mit rund 300 Stelllätzen ist der Campingplatz auch nicht überdimensioniert. Natürlich gibt es auch einen Shop für den täglichen Bedarf, bei dem das Angebot an Baquettes und Croissants natürlich nicht fehlen darf. Eine Snackbar am Pool und ein á la carte Restaurant kann besucht werden, wenn man mal keine Lust hat, zu kochen. Wer also einen Campingplatz sucht, auf dem es ein reichhaltiges Angebot für die ganze Familie gibt, der ist auf dem Campingplatz L`Arche richtig gut aufgehoben.

In den Cevennen, die ebenfalls Teil des Zentralmassivs sind, gibt es zahlreiche Ausflugsziele. Die Brücke von Milau und die Durchfahrt der Tarn-Schlucht wollte ich mir eigentlich nicht entgehen lassen. Hinzu locken die vielen malerischen Dörfer oder eine Fahrt mit der Dampflock ab dem angrenzenden Anduze. Wir haben die meiste Zeit aber dann doch auf dem Campingplatz verbracht und haben insbesondere die Bademöglichkeiten genutzt. Zum Pont du Gard sollte es aber dann doch gehen:

Der Pont du Gard ist ein römisches Aquädukt mit einer Länge von 275 m in 49 m Höhe. Die Brücke zählt zu den Wasserkanälen in Frankreich, die am besten erhalten sind. Sie hat drei Ebenen mit insgesamt 52 Öffnungen. 1985 wurde der Pont du Gard von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Wahrlich ein beeindruckendes Bauwerk. Wenn Ihr den Pont du Gard besuchen wollt, nehmt ruhig Badesachen mit – am Ufer ist das Baden erlaubt. Beliebt sind auch Kanutouren, die unter die Brücke führen. Die Cevennen haben mir als Region richtig gut gefallen. Ich möchte unbedingt noch über Serpentinen durch die Tarn-Schlucht fahren und auch die Brücke von Millau soll beeindruckend sein. Zudem würde ich mir gerne mehr Zeit nehmen,  einigen Dörfern einen Besuch abzustatten. Von daher werden wir sicherlich noch mal in die Region reisen. Nach 5 vollen Tagen hieß es dann für uns aber wieder „Einpacken“ und ab zur letzten Station – ab zum Mittelmeer.

Vierte Station: Mittelmeer

Von Anduze ging es nach Marseillan Plage zum Drei-Sterne-Campingplatz Robinson. Geplant war ein schöner Aufenthalt am Meer und dafür ist der Platz auch super geeignet, liegt er doch direkt am Wasser mit Strandzugang. Leider war das Wetter so gar nicht strandtauglich. Es hat fast die kompletten Tage stark gewindet und gestürmt, so dass es am Strand alles andere als gemütlich war. Pech gehabt. Umso besser, dass man auf dem Campingplatz selber sich gut die Zeit vertreiben kann. Auch hier gibt es eine großzügige Poollandschaft mit einer wirklich netten Bar, bei der man Getränke und Snacks bekommt. Am beeindruckendsten aber war aber das Abendprogramm. Einfach Wahnsinn, was da jeden Abend auf die Beine gestellt wurde. Es gibt eine Mehrzweckbühne und eine kleine Tribüne, auf der die Zuschauer*innen Platz finden. Die Programmpunkte waren nicht irgendeine Lückenfüller, für jede Veranstaltung hätte man gut und gerne 30 € Eintritt verlangen können. Eine Zaubershow, eine Tanz-/Gesangsgruppe oder eine richtig gute Band sind besonders hervorzuheben. Für die Kinder und Jugendlichen gab es eine Schaumparty/-disco. Wer lärmscheu ist und Halligalli nicht mag, der sollte sich einen anderen Campingplatz suchen. Wer allerdings ein klasse Unterhaltungsprogramm mitbuchen möchten, der ist auf dem Robinson richtig.

 

Wir wollte aber auch nicht die ganze Zeit auf dem Campingplatz verbringen. Schließlich gibt es auch am Mittelmeer einiges zu sehen. Marseillan Plage ist ein typisches Touri-Städtchen. Ein Souvenirshop reiht sich an den nächsten, ein Restaurant neben dem anderen. Direkt in der Nähe des Campingplatz gibt es auch noch eine Art Kirmes/Freizeitpark. Zum Glück haben den die Kinder erst am letzten Tag entdeckt… Ein Ausflug der sich aber wirklich lohnt, ist der Besuch der Cite von Carcassonne, einer mittelalterlichen Festungsstadt. Im Mittelalter wohnten hier auf 14 ha 3.000 bis 4.000 Menschen. Auch heute ist die Altstadt noch bewohnt, allerdings von nur 229 Menschen. Die Hauptbauwerke ist die Burg und die Kirche. Umgeben wird die Cite von einer beeindruckenden Doppelmauer. 1997 wurde die Cite von Carcassonne von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt und stellt nicht nur seitdem eines der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Südfrankreichs dar. Auch während unseres Besuches hatten nicht wenige Menschen die gleiche Idee – unter Corona sicherlich bedenkenswert, auch wenn überall Maskenpflicht herrschte.

 

Das war dann auch einer der letzten Eindrücke, die wir von Südfrankreich wieder mit nach Hause nehmen. Wie oben beschrieben, sind wir eigentlich nicht sonderlich frankreich-affin. Der Urlaub hat das aber tatsächlich etwas geändert. Ich war wirklich begeistert von den unterschiedlichen Regionen. Die Auvergne, die Cevennen – wunderschön. Mit Paris und dem Mittelmeer macht man nie etwas verkehrt. Aber die ursprünglicheren Regionen haben es mir besonders angetan. Auch mit den Campingplätzen waren wir rundum zufrieden. Es gibt noch viel zu sehen. Auch in Frankreich. Wir kommen wieder…

Und hier wie oben versprochen das Video von unserer Frankreich-Tour. Mit den Kapiteln könnt Ihr direkt zu den einzelnen Stationen springen oder Ihr nehmt Euch etwas mehr Zeit und schaut Euch das komplette Video an. Viel Spaß!

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