Workshop „Street Photography“

Das Fotohaus Preim in Aachen bietet zig Kurse an, die einem das Handwerk „Fotografieren“ näher bringen wollen. Super Sache – ich lerne generell eher weniger aus Büchern, sondern eher, wenn man sich austauscht, wenn man mir was zeigt und wenn man „ins Tun“ kommt.  Nach einer theoretischen Einführung ging es also raus auf die Straßen Aachens…

Bei dem Angebot ist alles dabei: von Einsteiger- und Fortgeschritten-Kurse für die gängigen Kamerahersteller bis hin zu Technik- und spezifischen Genrekursen. Fotografieren mit wenig Licht, mit dem richtigen Blitzeinsatz, Model-Porträtfotografie, Lost-Places-Fotografie undundund. Als ich den Workshop zur Street Photography gesehen habe, habe ich nicht lange gezögert und mich angemeldet. Drei Stunden sollte es über die theoretischen und rechtlichen Grundlage gehen und zudem noch rauf auf die Straße und Fotos schießen. 

Eine interessante und zusammen gewürfelte Gruppe

Wir waren insgesamt sechs ambitionierte Hobby-Fotografen, die aus den unterschiedlichsten Gründen dabei waren und mit ganz unterschiedlichen Kameras losziehen wollten. Die meisten hatten sich ganz bewusst für den Kurs angemeldet, sei es, um Straßenfotografie mal kennen zu lernen oder das bisherige Wissen zu vertiefen. Es war aber auch einer dabei, der den Kurs zum Geburtstag geschenkt bekommen hat und der überhaupt nicht wusste, was ihn erwartet. Er war eher der Landschaftsfotograf – für ihn war der Kurs dann auch nix. 

Wir haben relativ lange geredet. Bestimmt 1,5 Std. Das war nicht unbedingt schlecht – besonders bei den rechtlichen Bestimmungen haben wir natürlich viel nachgefragt. Was darf man, was nicht, darf man überhaupt auf der Straße Menschen fotografieren? Wenn ja, wie? Unterm Strich hat natürlich jede Person das Recht auf sein Bild und man darf keinen ungefragt ablichten und es irgendwie veröffentlichen. Eigentlich. Es gibt Ausnahmen, die den Straßenfotografen das Leben erleichtern. Bei öffentlichen Veranstaltungen, wie Karneval, Festumzügen oder Konzerten darf fotografiert werden und es gibt das „Recht auf Kunst“, das dem Recht auf das eigene Bild gegenübersteht. Und da ist es im Zweifelsfall Auslegungssache, ob das Bild als Kunst angesehen wird und es als höher zu bewerten ist, als das Recht auf das eigene Bild. Bisher wurde bei rechtlichen Streitigkeiten immer dem Straßenfotografen Recht gegeben. Und es gibt den Presseausweis! Mit dem darf der Fotograf ziemlich viel. Zum Glück habe ich einen Blog…

Und dann ging es auf die Straße

Ich weiß nicht, ob wir aufgefallen sind. Wahrscheinlich war die Gruppe von sechs mit Kameras bewaffneten Leuten nicht so wahnsinnig unauffällig. Und das ist für Straßenfotografen natürlich nicht so dolle. Aber egal. Die eine hat mit ihrem Handy fotografiert, ein anderer mit einer Systemkamera, noch eine hatte ihre Vollformatkamera dabei, ich hab meine Kompaktkamera gezückt und der Landschaftsfotograf hat sich die Landschaft oder besser die Straßen angeguckt. Auch gut. Oder besser. Wie dem auch sei – wir waren alle mehr oder weniger bei der Sache und gingen mit wachem Auge durch die Straße, um die ein oder andere Situation zu erhaschen. Letztendlich hatten wir vielleicht 45 Minuten Zeit, auf Entdeckungstour zu gehen. Nicht viel, wenn man bedenkt, dass Geduld und Zufall das wichtigste ist, was man braucht. Meine Ergebnisse? Hier mal die zwei noch besten:

Lecker
Ein Kindheitstraum

Für irgendeinen Preis werden die Fotos nicht reichen, aber zufrieden war ich trotzdem.

Der Workshop war als Einstieg sicherlich ganz gut. Vieles von den theoretischen Grundlagen wusste ich zwar schon, einiges aber auch nicht. Und der Kurs war dafür gut, unterwegs zu sein. Ich würde ihn zwar nicht noch mal buchen, wohl aber Gelegenheiten nutzen, mit anderen unterwegs zu sein (nicht in der geschlossenen Gruppe) und nachher die Fotos zu besprechen.

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